12.09.2008 von: Klaudia Pirc-Pätzoldt
In der Künstlerzeche Unser Fritz in Herne treffe ich nun zum zweiten Mal die Künstlerin Beate Matkey. Beim ersten Mal gab es in der Zeche eine Melange aus Jazzmusik, Kunst, Häppchen und vielen gut gelaunten Besuchern. Es war die Nacht der Industriekultur. Beate Matkey ließ an diesem Abend alle Besucher einen Blick in ihr Atelier werfen. Und so erspähte ich im Vorübergehen ein paar Bildern mit Engeln und Kirchtürmen. Obwohl mir an diesem Abend der Sinn eindeutig mehr nach lautem Leben als nach tiefschürfenden Gedanken über den Tod stand, hatte ich dann doch nach einem kurzem Gespräch mit der Künstlerin ihre Visitenkarte in der Hand und die Idee, ihre Gedanke zum Leben und zum Tod zu ergründen.
Ein paar Wochen später saß ich dann in Beate Matkeys Atelier. Auf die Frage, was das Wissen um den unvermeidlichen eigenen Tod für sie bedeute, hat sie beinhahe ohne zu Überlegen einige Antworten zur Hand. Alles dreht sich jedoch um den einen Gedanken, am Ende ein erfülltes Leben genossen zu haben und lebenssatt zu sterben. Weil sie weiß, dass das Leben endlich ist, lebt sie bewußter im Hier und Jetzt. Sie möchte auch Erfahrungen weitergeben. So ist sie Dozentin für Aquarellmalerei und Grafik an der VHS in Herne. Sie begleitet und betreut Kinder des Herner Kinder- und Jugendparlamets bei der Teilnahme am Denkmalprojekt "Hügel der Erinnerung", das als Erinnerung an die Konzetrationslager in Auschwitz und Birkenau dient.
Im Hier und Jetzt zu leben bedeutet für Beate Matkey auch Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber ebenso wichtig ist ihr, sich gemeinsam Ziele zu setzen und sie gemeinsam durchzuführen. Die kürzliche Familienreise nach China war so ein lang gehegter Traum, ein Ziel, dass sie nie aus den Augen verloren und schließlich erreicht hat. Im Leben möchte Beate Matkey Zeichen setzen und vor Allem das Leben genießen. Und auch wenn Beate Matkey als gläubige Christin an ein Leben nach dem Tod glaubt, so ist der Tod doch unvermeidlich. Um ihre Familie abzusichern, hat sie aber auch da schon Vorsorge getroffen und eine Testament aufgesetzt.
Beate Matkey wünscht sich zum Zeitpunkt ihres Todes eine zufriedene Lebenssattheit mit dem Gefühl ein erfülltes Leben gelebt, viel Freude weitergegeben und Zeichen gesetzt zu haben. Wenn es Zeit sei loszulassen, falle ihr das mit einem bewußt gelebten und erfüllten Leben sicherlich leichter und nähme ihr die Angst vor dem Tod.
Nach dem sehr offenen und netten Gespräch mit Frau Matkey habe ich beflügelt und inspiriert meinen Heimweg angetreten. "Lebenssatt sterben" hatte ich bisher noch nicht gehört. Ich möchte aber auch genau das.
Beate Matkey hat ihre Werke bereits in vielen Ausstellungen präsentiert. Zur Zeit ist sie Kuratorin der
Austauschausstellung parallel. Ab dem 28. September ist ihr Ölbild (70x1,10m) "Der Weg" wesentlicher Bestandteil des EVK Herne, in der Krankenhauskapelle Hordeler Straße. Weitere Details über Beate Matkey erfahren Sie auf der Website der
Künstlerzeche Unser Fritz.